Eine Fütterstörung tritt meist zu Beginn der Beikosteinführung oder im frühen Kindesalter auf. Sie umfasst die (komplette) Verweigerung von Nahrung und extrem wählerisches Essverhalten, bei adäquatem Nahrungsangebot und einer einigermaßen kompetenten Bezugsperson in Abwesenheit einer organischen Erkrankung.

Frühe Symptome einer Fütterstörung

Die Symptome müssen mindestens einen Monat bestehen. Eine kurzzeitige Nahrungsmittelaversion ist in der Entwicklung normal, solange die Ernährung gesichert ist.

  • Wenig Hungersignale
  • Gedeihstörung
  • Wenig Nahrung wird toleriert
  • Brust/Flasche wird akzeptiert, püriertes abgelehnt
  • Püriertes wird toleriert, feste Nahrung abgelehnt
  • Würgen/Erbrechen vor oder während des Essens
  • Konsequente Verweigerung bestimmter Lebensmittel (-gruppen)
  • Bestimmte Nahrung wird verweigert und am anderen Tag wieder gegessen
  • Jegliche Nahrung wird verweigert – Ernährung über Nasensonde/PEG

Mögliche Folgen einer Fütterstörung

  • Anhaltende Nahrungsverweigerung
  • Extrem eingeschränktes Essverhalten
  • Essstörung im Jugendalter
  • Störung der Sozialkompetenz (Schulalter)
  • Gedeihstörung/Mangelernährung
  • Entwicklungsstörung

Mögliche Ursachen einer Fütterstörung

So unterschiedlich Fütterstörungen sein können, sind auch ihre Ursachen.
Zum Beispiel:

  • Sensorische Störungen
  • Lange Sondenernährung
  • Negative (medizinische) Erfahrungen im Mundbereich
  • Regulationsstörungen
  • Interaktionsstörungen
  • Frühgeburt

Was bietet die Logopädie bei Fütterstörungen?

Nicht jede Auffälligkeit bei der Nahrungsaufnahme ist gleich eine Fütterstörung. Meine Aufgabe ist es einzuordnen, ob es sich um eine therapiebedürftige Störung handelt und mit Ihnen zusammen festzulegen welche Maßnahmen zu treffen sind. Eine umfangreiche Beratung in Hinblick auf unterstützende Maßnahmen bei der Nahrungsaufnahme kann unter Umständen schon ausreichend sein. Sollten Hinweise auf unphysiologische Entwicklungen vorliegen, die länger als einen Monat bestehen, muss eine ausführliche logopädische Diagnostik erfolgen.
Sollten zum Beispiel ausschließlich eine Interaktions- oder Regulationsstörungen der Störung zu Grund liegen, müssten weiterführende Diagnostiken bei entsprechend fachlich ausgebildeten Kollegen aus anderen Fachgebieten durchgeführt werden.

Wie läuft eine logopädische Beratung ab?

Die Grundlage für eine fachliche logopädischen Beratung bei kindlichen Schluckstörungen ist immer:

Eine ausführliche Anamnese.

Ein ausführliches Gespräch.

Eine (oder mehr) Stillsituation/Füttersituationen beobachten.

Logopädische Verordnung

Logopädie ist ein Heilmittel und muss ärztlich verordnet werden. Im Normalfall werden die Kosten von den privaten Krankenkassen übernommen. Bitte sprechen Sie zuvor mit Ihrer Krankenkasse in Bezug auf die Kostenübernahme.